Mit dem Label »Must have seen« war die Ankündigung zu der vierten Oldtimerausfahrt des Jahres 2026 zur Volkswagen Sammlung Grundmann in Hessisch Oldendorf versehen worden.
Norbert Jacquemar
hatte zusammen mit Eberhard Kunze
bereits im Frühjahr dieser Oldtimersaison diese Ausfahrt iniitiert und detailliert geplant. Bereits im Vorjahr hatten wir, animiert durch einige Presseveröffentlichungen zur Restaurierung des weltweit ältesten Volkswagen Käfers, angefangen, Recherchen über diese außergewöhnliche und nicht täglich öffentlich zugängliche Oldtimerfahrzeuge-Sammlung vorgenommen. Zum Jahresanfang war dann eine kleine Strecken- und Veranstaltungsort-Erkundungsgruppe unserer Ausfahrten-Planungsarbeitsgemeinschaft »Oldtimer Reise Agentur« [ORA] in Hessisch Oldendorf und war nach Klärung der Besuchsmöglichkeiten höchst begeistert wieder zurückgekommen.
Zwanzig Oldtimerfans hatten diese vielversprechende Einladung zu der Oldtimerausfahrt Ende August angenommen und waren mit 12 Fahrzeugen zum Treff- und Startpunkt auf dem Parkplatz des Freibads Raffteich im Westen von Braunschweig pünktlich erschienen und konnten vom Fahrtleiter Norbert ganz herzlich begrüßt und über die Fahrstrecke sowie den geplanten Tagesverlauf eingehend instruiert werden. Natürlich gab es zur Fahrt auch wieder ein aussagefähiges und liebevoll gestaltetes Roadbook. Pünktlich um 9 Uhr waren wir auf der Strecke in westlicher Richtung. Die Bundesstraße 1 führte uns flott bis nach Schellerten. Ab dort näherten wir uns, wegen der Umfahrung der Stadt Hildesheim
, auf gut befahrbaren Straßen weiter in südlicher Richtung den Orten Ottbergen
und Diekholzen
. 
Unterhalb der malerisch auf einer Anhöhe gelegenen Marienburg
ging es nach Passieren der Brücke über die Leine
dann weiter westlich Richtung Eldagsen
. An der Strecke fanden wir dann in einem kleinen Wäldchen einen ausreichend großen Platz für eine Fahrpause. 
Weiter ging es danach über Coppenbrügge
und Hasperde
und wie geplant erreichten wir gegen 12 Uhr den nördlich von Hessisch Oldendorf
gelegenen Ort Rohden. Hier hatten wir in der Weinschänke Rohdental
das Mittgessen arrangiert. Dank der bereits vorher von den Teilnehmenden mit deren Anmeldung angegebenen Essenwünsche wurden uns recht schnell sehr leckere Gerichte serviert. 
Vom Mittagslokal war es nur noch eine kurze Fahrstrecke bis nach Hessisch Oldendorf zur Volkswagen Sammlung Grundmann. Hier konnten wir unsere Fahrzeuge direkt auf dem Grundstück parken und wurden sehr nett von dem uns bereits erwartenden Mitarbeiter Bernd Heimbold begrüßt. Herr Heimbold war so nett und machte sogleich von unserer Gruppe das bei unseren Fahrten obligatorische Gruppenfoto. 
Herr Heimbold gab uns außerhalb der ersten Halle auf dem weitläufigen Gelände einen historischen Überblick, wie es überhaupt zu dieser außergewöhnlichen und großen Sammlung gekommen war. Begründet wurde die Sammlung von Traugott Grundmann, der in den sechtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Pilotenausbilder für Phantom-Kampfflugzeuge in den U.S.A. tätig war und bereits während dieser Zeit dort Volkswagen Käfer repariert oder restauriert hatte. Unter anderem stieß er bereits dort auf sein erstes Volkswagen Käfer-Cabriolet der Marke Rometsch
. Einige besondere Fahrzeuge überstellte er schon vor seiner Rückkehr nach Deutschland nach Hessisch Oldendorf und stellte sie im familiären Unternehmen einer Dachdeckerei unter. Stück für Stück suchte er von dort aus nach weiteren einzigartigen Volkswagen-Fahrzeugen und baute damit zusammen mit seinem Sohn eine der weltweit bedeutensten Sammlungen auf. Die umfangreiche Sammlung an Heckmotor-Volkswagen ab den Prototypen des KdF-Wagens
bis etwa 1967 mit ihren vielen Einzelstücken toppt so ziemlich alle Ausstellungen, die sich mit der Präsentation früher Volkswagen-Modelle beschäftigen. Von der Einmaligkeit und Exklusivität der Exponate her gesehen, gilt diese Sammlung sogar bei Experten als bedeutender als die beiden Museen des Volkswagenwerks. Vater Traugott und in der Folge auch sein Sohn Christian Grundmann haben über Jahrzehnte hinweg eine international einzigartige Kollektion von weit über 80 historischen luftgekühlten VW- und Porsche-Fahrzeugen zusammengetragen. Die Sammlung zeichnet sich vor allem durch Prototypen, extrem seltene Karosserie-Sonderanfertigungen sowie absolute automobile Raritäten aus der Frühzeit der Marke aus.
Auf dem gesamten Gelände sind mittlerweile mehrere Ausstellungshallen zu den unterschiedlichen Themenwelten und Fahrzeuggalerien entstanden. Wir wurden zunächst zu einem der Höhepunkte der thematisch unterschiedlichen Ausstellungen geführt. In der ersten der von uns besichtigten Hallen werden aussschließlich Fahrzeuge und Gegenstände der früher in Berlin-Halensee ansässigen Firma Rometsch vorgestellt. Angesichts der Vielzahl und Vielfalt der hier präsentierten und wirklich außerordentlich schönen und sich wieder in einem perfekten Zustand präsentierenden Fahrzeuge und teils auch sehr persönlichen Gegenstände und Arbeitsmittel des Fahrzeugdesigners/-entwicklers Johannes Beeskow
waren wir Alle hellauf begeistert und konnten uns an den Objekten fast gar nicht genug sattsehen. Ausführliche Erläuterungen zu einzelnen Fahrzeugen oder zum Unternehmen Rometsch sowie damit verbundene und überlieferte Anekdoten zu Unternehmensmitarbeitern und den zeitgenössischen und teils berühmten Kunden rundeten das Bild »Rometsch Autoproduktion« sehr vortrefflich ab. Im Online-KÜS-Magazin
sowie bei Globetrotter-Fotos
können dazu einige markante und weiterführende detaillierte Informationen gelesen werden.
Die nachfolgenden Bilder zeigen die Sammlung Rometsch mit den Spezialkarosserien »Beeskow« und »Lawrence«, ein viertüriges Käfer-Taxi, den Original-Arbeitsplatz und das Zeichenbrett von Beeskow sowie persönliche Sachen und betriebliche Organisations- und Werbemittel.
In der nächsten Ausstellungshalle waren teils äußerst rare und frühe Porsche 356 wie beispielsweise ein »Urporsche« oder einem Porsche mit noch Knickscheibe oder einem 356 A Speedster platziert. Einige dieser Autos hatte Traugott Grundmann bereits in Amerika erstehen können. Besonders seltene Fahrzeugexemplare sind auch ein erster Porsche 356 Carrera 2 sowie ein Denzel Supersport 1300
von 1954 auf VW-Käfer-Basis, der bei Rennen als ein ebenbürtiger Kokurrent zu den Porsches zählte. Hier in Europa auch selten anzutreffen sind die wenigen Exemplare des in Brasilien in kleinerer Serie gefertigten Volkswagen SP2
. 
Die nächste große Ausstellungshalle auf dem weitläufigen Gelände widmet sich ausschließlich den VW Käfern und Transportern. Neben dem Original-Käfer aus dem Nachlass vom »Tatort-Schimanski«-Darsteller Götz George
sowie dem »Herbie« (Nr. 53) aus den bekannten Walt-Disney-Filmproduktionen waren auch sehr elegante und rare Käfer-Cabrios des Unternehmens Hebmüller
sowie die gesamte Produktpalette der damals sehr begehrten Karmann
Ghia Coupés neben VW Käfer Panamericana sowie dem letzten in Mexiko produzierten Käfer ausgestellt. Weltweit einzigartig sind nicht nur die gesammelten VW Transporter der ersten Produktionsjahre: hier u.a. ein aus Schweden zurückgeholter Ur-VW-Bus T1
, VW Busse für den öffentlichen Dienst (bspw. Strahlenmess- und vollausgestatteter Radio-/TV-Übertragungswagen sowie Polizeifahrzeuge) als auch der erste bei Westfalia
ausgebaute Campingwagen mit originalem Einachs-Anhänger. Allesamt sehr schön anzusehen und in einem guten Erhaltungszustand.
Der nächste Ausstellungsabschnitt war vorrangig den auf VW Käfer basierenden Fahrzeugen für öffentliche Aufgaben vorbehalten. Die Fahrzeugpräsentationen waren zudem mit den damals üblichen Einsatzgegenständen sehr anschaulich und informativ ausgestaltet. Hier konnte u.a. das erste auf einem Fahrzeug montierte Blaulicht mit Fanfare neben damals üblichen Telefon- und Funkgeräten für die unterschiedlichsten Dienste bestaunt werden. 
Langsam näherten wir uns dem Höhepunkt der gesamten Ausstellung: die Präsentation des ersten VW Käfers VW W30 Prototyp aus 1936 oder 1937. Der wohl spektakulärste Fund der Sammlung. Von dieser legendären Erprobungsserie von Vorserienfahrzeugen (damals wurden 30 Stück gebaut und danach offiziell vernichtet) überlebte ein einzelnes Chassis in Österreich. Die Familie Grundmann hat dieses Chassis in jahrelanger Handarbeit auf dem Kern von einigen Rahmen-Fragmenten und nach alten Werksfotografien und Unterlagen rekonstruiert und auch erfolgreich wieder für den Straßenverkehr zur Zulassung gebracht. In Nachbarschaft dazu steht der VW Käfer Nr. 6 von 1938, der ein extrem seltener seriennaher Versuchswagen aus der Entwicklungsphase vor dem offiziellen Produktionsstart des KdF-Wagens
ist. 
Von dort aus gingen wir noch durch eine auch sehenswerte Sammlung von militärisch ausgelegten und konstruierten Fahrzeugen aus dem zweiten Weltkrieg, die an Vater und Sohn Grundmann teilweise von Erben und Nachfahren von beteiligten und historisch bekannten Zeitzeugen herangetragen wurden. Nach ihrer Restauration präsentieren sich die alten Kübel- und Schwimmwagen wieder in ihrem usprünglichen Zustand. Teilweise haben diese Fahrzeuge und Gegenstände den Weg über mehrere Kontinente machen müssen, ehe sie in Hessisch Oldendorf eintrafen. Unter den vielen Gegenständen aus der NS-Zeit (hier waren wir vom Ausstellungsführer gebeten worden, diese nicht öffentlich in diesem Bericht zur Schau zustellen) befindet sich beispielsweise auch ein Replikat einer von Hitler angefertigten Skizze zu seiner Idee des sogenannten »KdF«-Volkswagens. 
Zurückgekehrt in die zu den Austellungsräumen gehörende VW-Bar mit Originalausstattung aus einem amerikanischen Diner und dort noch Erfrischungsgetränke oder einen Kaffee zu sich nehmend, waren wir durch die vielen einmaligen Sehenswürdigkeiten so sehr beeindruckt, dass es Einigen von uns sprichwörtlich »die Sprache verschlagen« hatte. WOW – was für eine grandiose Präsentation und was für eine seltene und äußerst umfangreiche Sammlung! Wir haben ja schon viele automobile Sammlungen besucht, aber diese Präsentation ist phänomenal, atemberaubend, einzigartig schön und die vielen raren Exponate verleihen diesem Ort ein besonderes Alleinstellungsmerkmal mit dem Prädikat „besonders wertvoll"! Deshalb gilt unsere besondere Wertschätzung auch der Familie Grundmann, die über Jahrzehnte ihren Traum von einer außergewöhnlichen Sammlung lebten (und weiterhin ausleben) und mit Hilfe von Unterstützern Realität werden ließen, um einzigartige Fahrzeuge für die Nachwelt aufzubewahren. Unsere vor der Veranstaltung ausgesprochene Empfehlung »Must have seen« wurde vollends bestätigt, wenn nicht sogar mehrfach übertroffen!
Nach circa 2,5 bis 3 Stunden zu Gast bei der Volkswagen Sammlung Grundmann machten wir uns von Hessisch Oldendorf aus wieder auf unseren noch fast drei Stunden andauernden Heimweg. Die landschaftlich schöne Fahrstrecke (in großen Teilen einfach in umgekehrter Richtung ähnlich der Hinfahrt) auch noch teilweise durch die Gegend am großen Deister lies sich gut und einfach fahren. Leider wurde unsere Oldtimergruppe später noch mehrfach aufgrund von Straßensperrungen auseinandergerissen. Aber auch in kleineren Fahrzeuggruppen und voneinander unabhängig, erreichten wir nach ungefähr drei Stunden Fahrzeit und gegen 20 Uhr wieder den ausgangspunkt dieser Oldtimerfahrt.
Fazit: Wer – aus welchen Gründen auch immer – nicht an dieser Fahrt teilnehmen konnte, hatte wirklich etwas ganz Besonderes versäumt.
+++ 15. Oktober 2026 +++ Wolfgang Hesse +++
Fotos © Wolfgang Hesse (73), Reinhard Voß (13), Mitarbeiter Sammlung Grundmann (Gruppenfoto)
Download Roadbook Fahrtanweisungen © Eberhard Kunze und Norbert Jacquemar; Design, Satz und Layout © Wolfgang Hesse
Legende:
… öffnet im separaten Menüfenster weiterführende Informationen,
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Nach einem etwas langsamen Anmeldungsverlauf waren es überraschenderweise doch noch 15 Fahrzeugteams mit insgesamt 26 Teilnehmenden, die an unserer Oldtimerausfahrt am 2. August 2026 nach Stendal teilnehmen wollten.
Inspiriert von der sechsteiligen ARD-Fernsehserie »Schwarzes Gold«,
Tagelang nur herrliches Sonnen-Wetter und dann am Morgen des 21. Juni 2026:

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