mosel 00Wir hatten uns schon längere Zeit sehr darauf gefreut, wie im letzten Jahr mit einer kleinen Gruppe von Oldtimerfreunden und -freundinnen wieder für einige Tage »auf ganz große Fahrt« zu gehen.

Wir … das ist die Oldtimer-Ausfahrtenplanungsgruppe [ORA] nebst ein paar Freunden und Familienangehörigen und bildeten damit eine kleine Gruppe von 12 Personen in sieben Fahrzeugen (Austin-Healey, Ford Mustang, Sebring MX, MGC, MGB, Volkswagen Käfer und Golf 1 Cabrio). Bereits im letzten Jahr und auch bei von Elke und Hans Reinecke organisierten anderen mehrtägigen Fahrten Jahre zuvor hatte sich diese Gruppengröße hinsichtlich der Reiseorganisation und -durchführung bestens bewährt.

Tag 1 > Fahrt nach Grünberg   Da alle räumlich beträchtlich unterschiedliche und voneinander entfernte Reiseausgangspunkte haben, haben wir die Gruppenformation mit sternförmig und in Etappen abgestuften Zwischentreffs organisiert. Eine erste kleinere Gruppe (Anfahrt aus dem Raum Wolfsburg/Königslutter, Braunschweig und Wolfenbüttel) trifft sich zunächst in Salzgitter-Thiede beim Parkplatz des Hotels Friedrichshöhe und fährt dann weiter bis zu einem Parkplatz hinter dem Ort Beinum an der Bundesstraße 248, wo noch Teilnehmende aus dem Bereich westlich vom Elm und Salzgitter-Bad hinzukommen. Ausgehend von diesem Parkplatz wird dann nach Vorgaben des Fahrtleiters Norbert Jacquemar mithilfe von bereits vorher gespeicherten und zur Verfügung gestellten Links für das Google-Maps-Navigationssystem die für den Tag geplante Route etappenweise abgefahren. Die wiederum perfekte Gesamtplanung dieser Reise war von Norbert im Vorfeld bereits geleistet worden. Norbert, der nahe der Zielregion in Bad Kreuznach geboren und aufgewachsen ist, kennt aus persönlichen Erfahrungen in dieser Gegend von Deutschland viele schöne Landschaften und Orte, die empfehlenswert für einen Besuch sind.    



Das Wetter war herbstlich schön, leicht frisch, wolkig aber trocken, so dass auch Cabriofahrende ohne störendes Verdeck den Himmel sehen konnten. Nach herzlichen Begrüßungen untereinander ging die kleine Fahrzeugkolonne dann flott auf die vor uns liegende erste 280 Kilometer lange Tagesstrecke. Bereits nach kurzer Fahrstrecke von gerade einmal 20 Kilometern wurden schon zwei Teilnehmende in der ersten Hälfte der Fahrzeuggruppe von zwei orangefarbenen Lichtblitzen seitlich der Straße aufgeschreckt. Ob es die Begeisterung der polizeilichen Verkehrsüberwachung für schöne klassische Fahrzeuge war, Fotos von den Fahrzeugen zu machen, oder …? Kurz nach der Fahrt erhielten die Angeblitzten gleich kleine Zahlungsaufforderungen für wirklich nur geringfügige Geschwindigkeitsübertretungen in einer 70km/h-Verkehrszone außerhalb der Ortschaft Neuekrug. Das gleiche Schicksal ereilte zum Ende der Fahrt noch eine Teilnehmende, die in einer Wohnsiedlung am Rhein in einer 30er-Zone lediglich 3 km/h schneller gefahren war. Scheinbar ist es heute in Deutschland schwierig, trotz wirklich defensivem und vorausschauendem Fahrverhalten bei einer Fahrstrecke von mehr 1000 Kilometern ungeschoren davon zu kommen. Okay … isso …!?! 

Immer auf der gut befahrbaren Bundesstraße 248 parallel zur Autobahn A7 westlich am Harz vorbei, errreichten wir entspannt Göttingen. Nach der Durchfahrt, die meist eine Gruppe auflöst, war vereinbart, dass wir uns als Gruppe wieder versammeln, um dann en bloc weiterfahren zu können. Nach Witzenhausen wechselten wir auf die Bundesstrasse 27, um entlang der Werra zum Lunch Stopp in Bad Sooden-Allendorf zugelangen. Hier gibt es neben einem Supermarkt-Backwarenshop gute Döner- und Burger-Imbisse sowie leckeren Kaffee to go. Wir hatten diesen Stopp bereits nach der letztjährigen Fahrt noch in guter Erinnerung.



Nach einer guten Stärkung folgten wir weiter der Bundesstraße 27 über Sontra und Bebra und nach Durchquerung von Bad Hersfeld befuhren wir einen landschaftlich sehr reizvollen Streckenverlauf entlang den Bundesstraßen 62 und 49. Gegen 15:00 erreichten wir unser erstes Etappenziel in Grünberg. Angeregt durch den vom hr TV Anfang Mai ausgestrahlten Fernsehbeitrag »Nobelkarossen« hatte Norbert bei dem Oldtimersammler Christian Bender, dem erfolgreichen Inhaber eines gleichnamigen und weltweit aktiven Unternehmens zur Herstellung von Sicherheitsaggregaten für die Elektrik- und Elektronikversorgung in Grünberg, zur Möglichkeit der Besichtigung seines umfangreichen Oldtimerfahrzeugfuhrparks angefragt. Nach kurzer Wartezeit wurden wir von Herrn Bender vor seinen zwei Ausstellungshallen herzlich begrüßt. Wenig später kam auch noch Armin Möller hinzu, der mit zwei weiteren Fahrzeugexperten die Oldtimer „in Schuss hält", um uns mit sehr informativen Beiträgen zu fast jedem Fahrzeug durch die beiden Ausstellungshallen zu führen.



Was wir in den nächsten 2,5 Stunden zu sehen bekamen, hat uns sprichwörtlich „die Sprache verschlagen". Fast siebzig Fahrzeuge meist in perfekt restauriertem Zustand und fast alle in kurzer Zeit jederzeit einsatzbereit, überwiegend Fahrzeuge des Zeitraumes zwischen den beiden Weltkriegen, Nobelkarossen wie bspw. Cadillac, Lagonda, Delahaye, Horch, Mercedes, Duesenberg und Bentley, wohin das Auge nur schaute. Sogar einen funktionstüchtigen Dampfwagen neben einer raren in kleinster Stückzahl originalgetreu nachgefertigen Replikt des Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 konnten wir bewundern. Da waren modernere Fahrzeuge wie beispielsweise Corvetten, Flügeltürer oder Ferraris fast schon Nebensache. Leider können wir hier auf Bitten von Herrn Möller wegen des privaten und wertmäßig hochkarätigen Charakters dieser Sammlung keine Detailfotos zu den vielen oder einzelnen Fahrzeugen zeigen. Besonders erfreut aber hat es Einige von uns, dass ihnen es erlaubt wurde, einige Fahrzeuge hinter dem Lenkrad erleben zu können. WOW … diese private Sammlung ist etwas ganz Besonderes! Und WOW und Danke, dass wir diesen äußerst exklusiven Besuch vornehmen konnten. Danke deshalb nochmals an Christian Bender, mit dem Einige zusammen mit seiner später hinzugekommenen Frau auch ein schönes harmonisches Gespräch über private Dinge führen konnten. 

Irgendwann, auch nach mehreren zwischenzeitlichen Terminverschiebungen für die Reservierung von Plätzen für das Abendessen, waren wir dann auch in unserem Hotel »Villa Emilia« angekommen. Schnell die Zimmer bezogen, kurz frisch gemacht, dann ging es mit einem 20-minütigen Spaziergang ins Ortszentrum von Grünberg zur uns auch empfohlenen Gaststube Lippert. Hier waren bayrische Schmankerl zur Oktoberfest-Zeit besonders angesagt. Und so wanderten einige Haxen, Braten und Leberkäse nebst einigen Hopfengetränken und geistigen Marillen in unsere Mägen.  



  Tag 2 > Fahrt nach Zeltingen-Rachtig an die Mosel   Leider entschloss sich morgens eine Teilnehmerin wegen einer stark zunehmenden Erkältungserkrankung zum Abbruch der Teilnahme an der Fahrt und zur Heimreise mit der Bahn. Nach einem guten Frühstück hieß es dann gegen 10 Uhr, Koffer in die Autos und ab zur Tanke gleich an der Straße seitlich vom Hotel. Leider hatten wir dort wegen eines Fahrzeuge-Chaos unnötigen Aufenthalt, Nervereien und Zeitverlust, so dass wir eigentlich erst gegen 10:45 Uhr Grünberg verlassen konnten.  Dafür wurden wir aber später von einem lndschaftlich schönen Streckenverlauf durch den Vogler entschädigt. An Herborn vorbei durchpirschten wir den Westerwald auf schönen und gut befahrbaren Straßen, bis wir ungefähr zur späten Mittagszeit in die Nähe von Remagen oder Linz am Rhein gelangten. 




Hier fuhren wir in dem kleinen Kasbachtal bis zur Brauereischänke »Alte Brauerei«, dessen Betreiber/Besitzer der aus dem TV aus der Sendung »Bares für Rares« früher bekannte Antiquitätensammler Roman Runkel ist. Die Brauereischänke ist ein beliebtes Ausflugsziel mit historischem Charme und beherbergt neben einem großen Erlebnisgastronomiebetrieb auf dem Gelände der ehemaligen Steffens-Brauerei eine große urige Gastwirtschaft mit deutscher Hausmannskost (wie Rouladen, Schnitzel, Haxe), einen großen Biergarten, einen historischen Hofladen »Colonialwarenladen«, einen Weinkeller sowie ein kleines Hotel. Alles in Allem ein nettes Gebäudeensemble mit viel nostalgischem Flair.



Hier bot uns eine Mitarbeiterin an, noch sogleich den »Colonialwarenladen« mit unzählig vielen historischen Gegenständen und sonstigem alten „Gedöns“ besichtigen zu können. Nach fünfzehn Minuten Schnökerei und schwelgen in nostalgischen Erinnerungen zog es uns aber lieber und auch wegen des schönen sonnigen Wetters und den angenehm warmen Temperaturen in den geöffneten Biergarten, um einen kleinen Lunch zu uns zu nehmen. 




Nach dem entspannten Müßiggang fuhren wir das Kasbachtal zurück zum Rhein und setzten dort mit der Fähre bei Bad Breisig auf das andere Ufer über. Von dort aus ging es westwärts in die Eifel und vorbei am Laacher See (Caldera eines ehemaligen Vulkans) weiter nach Mendig und Mayen. Bei einem kleinen Zwischenstopp an der Strecke fingen die beiden VW an zu muckeln. Beim Käfer wollte der Anlasser auf einmal nicht mehr werkeln und beim Golf machte der Motor vereinzelt kleine Zündaussetzer wegen Einatmen von Nebenluft. Beide Unzulänglichkeiten konnten aber an der Strecke erstmal behelfsweise abgestellt werden. 

Danach näherten wir uns dem Moseltal und folgten ab Cochem der Uferstraße durch die allseits bekannten Wein- und Touristenorte Zell (die »Schwarze Katz« haben wir natürlich nicht übersehen, während der Autor den »Nacktarsch« später in Kröv nicht bemerken konnte :-)) ), Traben-Trarbach und Kröv bis zu unserem Tourziel Zeltingen-Rachtig. Hier bezogen wir im bestens am Ortsrand direkt am Moselufer gelegenen Hotel »Winzerverein« die gebuchten Zimmer. Nach der langen Fahrerei hatten wir uns das bereits vorab angemeldete Abendessen im Hotelrestaurant redlich verdient. Natürlich kamen wir hier auch nicht darum hin, einmal jetzt bereits den »jungen Wein« (Federweißer) zu verkosten. 




2026 calendar 12 Tag 3 > Fahrt nach Bernkastel-Kues   An diesem Tag hatten wir geplant, keine längeren Strecken mit unseren Fahrzeugen anzugehen. Heute war Sightseeing und Relaxen mit ein nur ein wenig Programm vorgesehen. Schnell ein paar Fahrgemeinschaften gebildet und dann ab zu einer kurzen Fahrt in das fast benachbarte Städtchen Bernkastel-Kues. Dort besuchten wir fast pünktlich zur Einlasszeit gegen 11 Uhr das bei Oldtimerfans beliebte »Zylinderhaus«, das auf rund 5.000 Quadratmetern und drei Ebenen als privates Museum seine Besucher mit auf eine Zeitreise durch die deutsche und österreichische Automobil- und Technikgeschichte von den 1930er- bis zu den 1980er-Jahren mitnimmt.

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Die untere Ausstellungsebene beherbergt neben vielen in der Wirtschaftswunderzeit alltäglichen Fahrzeugen mehrere liebevoll inszenierte nachgebaute Geschäfte wie eine Dorfapotheke, einen Tante-Emma-Laden, eine alte Tankstelle und ein Elektrofachgeschäft. Weitere Nischenausstellungen widmen sich Gegenständen aus den Bereichen Fahrschule, Fotografie, Tabakwaren, Hifi-Geräte, Spielzeuge, Waschmittel und vielen anderen Sachen. Ein Eldorado für Nostalgiker! Und häufig konnte man hören : „Ach guck' mal" … „das kenn' ich doch auch noch …!" Oder wie Eltern den Kindern bestimmte Gegenstände erläuterten und ihnen die damalige Bedeutung und Funktion nahebrachten. 

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In der zweiten Etage des Museums waren viele Fahrzeuge (beginnend überwiegend aus der Vorkriegszeit) thematisch in der Ausstellungspräsentation nach den Fahrzeugmarken angeordnet. So gibt es Bereiche, wo nur alte bis moderne DKW-Fahrzeuge stehen, ohne dass Modelle der damals gegründeten Auto-Union wie Wanderer oder Horch fehlen. Natürlich folgten dem auch ganze Fahrzeugserien von NSU und Audi. Ebenso verhielt es sich mit Fahtzeugen von Opel, Ford, Renault oder Peugeot oder Citroën. So nach dem Motto: „Was fehlt noch in der Sammlung? Kaufen wir es halt eben dazu!" Einerseits ist das schon überwältigend, andererseits wäre vielleicht weniger doch besser. Aber für ein privates Museum gibt es vielleicht auch Zwänge, eine auf ein breites Familienpublikum ausgerichtete Präsentation bereitstellen zu können. 

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In der dritten Etage sind zeitgenössische Motorräder, Roller oder Mofas in zwei langen Reihen nebeneinander aufgestellt. Sicherlich auch wieder eine große Vielfalt und manchmal dazwischen auch sicherlich ein Highlight für Kenner, aber irgendwie hat es uns so nicht besonders fasziniert. Vielleicht ist dieser Umstand auch der gesamten überbordenden Fülle der vielen Exponate und visuellen Reize geschuldet.

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Nach fast zwei Stunden Aufenthalt im Fahrzeugmuseum (mit auch noch ausreichend Zeit, um in der Außengastronomie ein Erfrischungsgetränk zu sich zu nehmen) ergatterten wir nach kurzer Transferfahrt dann noch letzte freie Parkplätze am Moselufer im Zentrum von Bernkastel-Kues. Hier warteten wir am Anleger 5 auf die bereits vorher für die Abfahrtszeit um 14 Uhr gebuchte Mitfahrt auf dem Ausflugsschiff »Moselprinzessin«. Durch geschickte Absprache unter uns konnten wir trotz den vielen auf das shiff strömenden Bootspassagieren sehr gute Plätze auf dem Oberdeck am Schiffsbug belegen. Die einstündige und entspannende Schifffahrt ging moselaufwärts bis zum Ort Lieser mit seinem Schloß und dann wieder zurück und vorbei am Anleger Andel und der Burg Landshut zu unserem Ausgangspunkt. 

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Auch wenn es in Bernkastel-Kues sehr voll mit Tagestouristen ist, muss man natürlich auch die malerische Innenstadt gesehen haben. Besonders inspirierend sind der aus dem Mittelalter stammende Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern, unter denen das aus dem Jahre 1416 stammende schmale »Spitzhäuschen« besonders hervorsticht. Um den zentral gelegenen Brunnen gruppieren sich eine Reihe gut erhaltener Bauten, darunter das Renaissance-Rathaus von 1608. An einer Ecke des Rathauses befindet sich der historische Pranger, der viele Jahre als Besucherattraktion des Städtchens galt.

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Gegen ungefähr 16:30 Uhr kehrten wir dann wieder zum Hotel zurück, um noch vor dem Abend einen Nachmittagsschlaf zu machen oder um etwas auf der Hotelterasse bei einem Espresso zu entspannen oder um einen Bummel über das an mehreren Stellen im Ort gerade beginnende Weinfest schon mal zu machen. Ausgestattet mit Empfehlungen des netten Hotelpersonals hatten wir uns dessen Besuch für den Abend vorgenommen. Um den Tourismus und den Weinanbau zu fördern, werden entlang der Mosel in einzelnen Orten an bestimmten Terminen Straßen- und Weinfeste organisiert. Wir hatten das Glück, das auch in unserem Ort das Weinfest »Die Zeltinger Wein- und Genussroute 2026« gerade veranstaltet wurde. Neben dem vielfältigen Angebot von Straßenständen gab es auch mehrere Strauß- oder Besenwirtschaften von einzelnen lokalen Weingütern. Eine Strauß- oder Besenwirtschaft ist ein von Winzern und Weinbauern saisonal oder tageweise geöffneter Gastbetrieb, in dem die Erzeuger zu bestimmten Zeiten ihren selbsterzeugten Wein direkt vermarkten. In Strauß- oder Besenwirtschaften werden oft auch kleinere, zum Wein passende, Tellergerichte gereicht. Man erkennt sie häufig an im Eingang oder an der Hauswand platzierten Besen, Zweigen oder anderen zeichenartigen Utensilien.

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Noch bei sich aber bereits abschwächendem Tageslicht verkosteten wir jungen Wein oder vorzüglichen Riesling des Weingutes »Haubs«. Hier gab es für einige unserer Teilnehmenden auch leckeren Schwenkbraten vom Grill. Um auch anderen Besuchern Platz zu bieten, wechselten wir dann zum Weinhof »Leos«, um in lauschig anmutigen Garten- und Zeltlandschaft neben dem Verkosten von guten Weinen auch einem Schlager singenden Alleinunterhalter an der Orgel zuzuhören. Aber irgendwann ist man auch der Schlagermusik überdrüssig und so zogen wir einfach weiter und landeten schlussendlich mittig im Ort in den Räumlichkeiten des Weinguts »Erich Ames«. Hiergab es neben wirklich sehr mundendem Wein auch köstlich schmeckenden Flammkuchen. Und auf der Straße spielte unermüdlich bis 23 Uhr eine Blasmusikkapelle – Freunde von Erich Ames, mit dem wir uns auch sehr nett unterhalten und so fast schon seine gesamte Familie kennenlernen konnten. Und mit dem wir auch mehrere Gläser mit einem speziellen samtig weichen Trester leerten, für die er eigens seine noch letzte Flasche aus seinen Privaträumen extra für uns holte. Wir hatten einen sehr schönen Abend!

2026 calendar 13 Tag 4 > Fahrt an die Nahe nach Schloßböckelheim   Trotz des vorabendlichen etwas längeren Amusements hieß es, pünktlich und fertig zur Abreise gegen 9:45 Uhr in den Wagen zu sitzen. Zunächst befuhren wir die Uferstraße moselaufwärts bis Trittenheim, um dann ostwärts in das Hunsrück-Gebiet abzubiegen und uns zwischen und über die Höhenzüge des Hardtwalds und Idarwalds zu bewegen. Wir lernten eine landschaftlich sehr reizvolle und abwechslungsreiche Strecke kennen. Zur Mittagszeit erreichten wir nach der Durchfahrt von Kirchberg nach ungefähr 100 Kilometern Fahrstrecke außerhalb von Sargenroth die »Waldschenke Soonblick«. Eigentlich ist dieser Gastronomiebetrieb eine DJH-Jugendherberge. Leider klappte es zeitlich mit unserem kleinen Lunch nicht so wirklich richtig. Wegen einer größeren dort stattfindenden Mittagstisch-Veranstaltung und vermutlich zu wenigem und unerfahrenem Personal war die Gastronomie doch ein wenig überfordert.  Aber nichts desto trotz konnten wir für uns ein paar Essenkleinigkeiten organisieren, so dass wir nicht mit „knurrenden Mägen" weiterfahren mussten.

Wir durchfuhren die Simmerner Mulde und den Soonwald und später entlang von Winterbach, ehe wir das beeindruckende Naturschauspiel des schroffen und steil abfallenden Berghangs am Rotenfels bei der Vorbeifahrt bestaunen konnten. Leicht sich schlängelnde Straßen führten uns dann zum Nahetal und zu unserem schönen Landhotel Niederthäler Hof in Schloßböckelheim. Nachdem wir schnell die Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns alsbald wieder, um in kleinen Fahrgemeinschaften zum nicht weit entfernten Weingut Klein & Sohn zu fahren. Norbert hatte hier bereits für uns eine Führung durch das Weingut, das von Wolfgang Klein mit seiner Frau Veronique bewirtschaftet wird und hoch qualifizierte Weine hervorbringt, vereinbart. Dieser Youtube-Film verdeutlich gut, mit welcher Leidenschaft sich diese Familie dem Weinanbau widmet.. Wir konnten von Wolfgang Klein sehr viele interessante Details zum aktuellen Weinanbau und klimatischen Einflüssen erfahren. Natürlich liessen wir uns eine Verkostung von verschiedenen sehr guten und aromatisch ansprechenden Weinen und Spirituosen nicht entgehen und schlussendlich konnten diverse Flaschen und Kartons noch in die Fahrzeuge verstaut werden.

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Den Abend ließen wir bei guten pfälzischen und regionalen Speisen und Getränken im Hotel ausklingen. Dieses Essen nutzten wir auch als willkommene Gelegenheit, uns bei Norbert für seine hervorragende, liebevolle und umsichtige Organisation dieser Oldtimerwandern-Reise mit einem kleinen Oldtimer-Buchgeschenk zu bedanken.  

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2026 calendar 13Tag 5 > Fahrt nach Bad Kreuznach und später zum Schloß Vollrads    Etwas länger Ausschlafen gab es leider nicht. Halbzehn war als Abfahrtszeit vorgegeben worden. Denn wir mußten bereits wieder pünktlich kurz vor 11 Uhr im Eingang des Museums Römerhalle in Bad Kreuznach anwesend sein. Obwohl das Museum normalerweise montags geschlossen ist, konnte Norbert  eine zeitlich befristete Sonderöffnung für uns vereinbaren. Norbert erzählte uns, dass er während der Grundschulzeit bereits hier gewesen sei, um Nützliches über die Hinterlassenschaft aus der Römerzeit zu lernen. Damals war man bei Straßen- und Stadtteilerschließungsarbeiten auf die Überreste einer großen römischen atriumförmig angelegten Villa gestoßen und hatte zwei sehr große und prachtvoll ausgeschmückte Mosaik-Fußböden restaurieren können. Heute gilt diese Villa als die größte ihrer Art nördlich der Alpen (mehr dazu mit diesem Link). In dem mittlerweile sehr gut und modern ausgebautem Museum werden noch viele Statuen, architektonische Relikte und Artefakte neben sehr vielen Gegenständen des täglichen Lebens aus der Zeit des 3. Jahrhunderts präsentiert. Die meisten dieser Fundstücke stammen aus dieser Region oder dem Rheinumfeld. Obwohl wir einen Sonderobolus für die Erlaubnis zum Fotografieren bezahlt hatten, ist es leider nicht erlaubt, selbst gefertigte Fotos in den Medien und somit auch hier im Bericht zu verbreiten. Um dennoch ein paar Informationen nachlesen zu können, führt dieser Link zur Webseite des Museums. Wer aber die Gelegenheit zum Besuch des Museums haben sollte, sollte sie wahrnehmen.

Von Bad Kreuznach aus fuhren wir dann zur Rheinfähre bei Ingelheim am Rhein, um dort nach Oestrich-Winkel überzusetzen. Vom Fähranleger aus war es nur noch einen kurze Fahrt bis zum Schloß Vollrads. Auf dessen schöner Terasse konnten wir unsere Mittagspause mit leckeren Speisen verbringen. Einige von uns kannten diesen entzückenden Ort bereits von unserer letztjährigen Fahrt. Die Anderen ließen es sich nach dem Essen nicht nehmen, noch einen Rundgang durch die herrliche Parkanlage zu unternehmen und auch das gesamte Schloßensemble zu erkunden und zu fotografieren. 

 
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 Weiterfahrt nach Weilburg   Nach dieser bis 15 Uhr andauernden schönen Pause befuhren wir die rechtsrheinische Uferstraße, die uns in schneller Fahrt entlang den auf den Rheinuferhöhen thronenden Burgen und durch bekannte Weinorte bis nach Lorch führte. Dort fuhren wir nordostwärts über eine straßenmäßig und landschaftlich abwechslungsreiche Strecke bis nach Limburg an der Lahn, von wo uas es auch nicht mehr allzu weit bis zu unserem letzten Tourziel Weilburg war. Hier nächtigten wir wieder einmal im Schloßhotel, das sich in einem alten Stadtteil auf einem Hochplateau über der Stadt befindet. Leider war der Gastronomieservice im eigentlich sonst sehr guten Hotelrestaurant »Alte Reitschule« dieses Mal am Abend nicht so zufriedenstellend. Aber dennoch konnten wir ein paar leckere Speisen genießen. Die, die diesen Ort noch nicht kannten, erkundeten ihn vorher noch auf einem kleinen Spaziergang durch das imposante und baulich schöne Schloßareal. Bemerkenswert ist hier die äußerst schön gestaltete Schloßparkterasse, von der aus man einen begeisternden Blick runter auf den kleinen Katarakt des Flusses Lahn und Teile der Stadt Weilburg hat. 

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2026 calendar 13  Tag 6 > Heimfahrt Heute lag noch die mit über 300 Kilometern längste Teilstrecke unserer Fahrt vor uns. Zunächst ging es in nordöstlicher Richtung Korbach. Hier machten wir auf einem Supermarktgelände eine kurze Pause, um uns mit Getränken zu erfrischen oder mit Backwaren etwas zu stärken. Über Bad Arolsen und Warberg und später durch die schönen hügeligen Landschaften und teils dichten Wälder des Sollings erreichten wir nach langer Fahrt wieder den Ausgangspunkt unserer sechstägigen Oldtimer-Wanderfahrt. Vom Parkplatz bei Salzgitter-Bad war es für alle nur noch eine kurze Fahrt bis in ihre heimischen Garagen.

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Fazit: Wieder einmal ist es Norbert vortrefflich gelungen, uns über einige Tage durch schöne Landschaften zu interessanten und Vielen nicht bekannten Orten zu führen. Die Stimmung untereinander war immer sehr gut. Insgesamt war es so ein tolles Gruppenerlebnis. Trotz der vielen Erlebnisse und arrangierten Sehenswürdigkeiten war diese Oldtimerwandern-Reise nicht strapaziös oder überfordernd. Das Wetter war bis auf zwei kleine Ausnahmen gnädig mit uns und verwöhnte uns mit vielen herbstlich noch warmen Sonnenstunden. Und unsere Fahrzeuge hatten keine nennenswerten Defekte. Es war wieder einmal eine Oldtimerreise, von der wir Alle gerne immer wieder erzählen werden.

Und wo wird uns das Jahr 2027 hinführen? Erste Ideen von Norbert und Wünsche von uns gibt es bereits … – mal sehen, wass sich so noch ergeben wird … .

+++ 7. November 2025 +++ Wolfgang Hesse +++

Fotos © Wolfgang Hesse (179 in 21 Collagen), unbekannter Passant am Parkplatz (Gruppenbild)

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