Wenn bei einer Oldtimerausfahrt morgens die Schatten sehr lang sind und wenn die tiefstehende Sonne blendet, neigt sich langsam die Oldtimersaison dem Ende zu.
Und wenn dazu merklich frischere Temperaturen vorherrschen oder es sogar regnet, ist es meist Zeit, um die Saisonabschlussfahrt zu veranstalten. Positiv überrascht war das Organisationsteam über die hohe Anzahl an Anmeldungen zu dieser Ausfahrt: 23 Fahrzeuge mit insgesamt 43 Teilnehmenden! Das war in dieser Oldtimersaison bei unseren sechs Fahrten die höchste Beteiligung.
Ab 9 Uhr empfingen uns die Tourleiter Claudia Hiller-Holinka und Klaus Hiller
auf dem Parkplatz des EDEKA-Markts in Sickte
. Das Wetter klarte nach noch morgendlichen Regenfällen mit zaghaftem Sonnenschein und langsam steigenden Temparaturen auf und veranlasste bis auf wenige Ausnahmen die Cabriofahrenden, ihre Verdecke zu öffnen. Gemäß dem Motto dieser Fahrt „Einfach noch einmal den Oldtimer fahren …" wollten alle sicherlich wohl die letzte Gelegenheit des Jahres nutzen, um die frische Luft und den freien Blick zum Himmel zu genießen. Beide Tourleiter verteilten rechtzeitig die wieder sehr informativ und schön ausgestalteten Roadbooks
und nachdem Klaus letztendlich noch kurz die wichtigsten Informationen zum ersten Streckenabschnitt vorgetragen hatte, machten wir uns pünktlich gegen 9:30 Uhr auf den Weg.
Von Sickte aus wandten wir uns dem Elm zu, um bei schöner herbstlicher Belaubung der Bäume und bei schönem wechselnden Lichtverhältnissen den schönen Straßenverlauf des Reitlingstals
zu befahren. Am höchsten Punkt der Straße kurz vor dem bekannten Ausflugspunkt »Tetzelstein«
fuhren wir wieder die sich in leichten Kurven den Elm hinab windende Straße nach Ampleben
und weiter dann nach Klein und Groß Vahlberg, ehe wir von dort aus den Kurs auf Schöppenstedt
einschlugen.
Nach kurzer Fahrt durch die Außenbezirke von Schöppenstedt erreichten wir unser erstes Etappenziel: die Oldtimertechnik-Werkstatt »Der Zündfunke«
, wo wir bereits von den Eigentümern und Betreibern Thorsten Kunz mit seiner Frau Quianru erwartet und sogleich herzlich begrüßt wurden. Thorsten startete dann alsbald den für uns geplanten informativen Betriebsrundgang. Das im letzten Jahr eröffnete Unternehmen ist das Resultat der Überlegung der Beiden, deren Berufsleben immer eng mit der Automobiltechnikwelt verbunden war, im Ruhestand noch Sinnvolles für sich und Andere mit der Passion für Oldtimer zu machen.
Nach intensiver Suche bot sich sich die hiesige Immobilie an, um ihre Planungen nach dreijähriger Renovierungszeit des Gebäudeensembles Realität werden zu lassen. Der Betrieb gliedert sich heute in zwei Bereiche: einerseits der Fahrzeug-Ausstellungsraum mit gemütlicher Sitzecke sowie einem sehr modern und mit Präsentationsmitteln hochwertig ausgestatteten Seminarraum sowie andererseits dem Werkstattbereich mit einer großen Fahrzeughalle mit drei Hebbühnen sowie einzelnen Nebenräumen, die speziell für separate Montagen an Motoren oder anderen Aggregaten zur Verfügung stehen können.
So veranstalten Thorsten und Quianru mehrmals im Jahr verschiedene ein- oder mehrtägige Workshops
für Oltimerbegeisterte zu unterschiedlichen Themen der Fahrzeugtechnik und -elektrik, entweder ausschließlich theoretische Fortbildung für Anfänger oder Fortgeschrittene oder auch mit praktischen Übungen an diversen Aggregaten. Darüber hinaus entwickelte sich auch immer mehr der Bedarf, dass Oldtimerbesitzer mit speziellen Technikproblemen bei Thorsten ihre Fahrzeugen warten oder reparieren lassen wollten, so dass jetzt auch dieser Service in kleinem Umfang angeboten wird. Hierbei gilt: „Learning by doing!" Wer möchte, kann unter Assistenz und Fortbildung durch Thorsten seine eigene Qualifikationen somit verbessern. Alles in Allem war der 45-minütige Rundgang und die dabei erlangten Informationen eine gute Wissenbereicherung für uns Alle und eine exzellente Werbung für diesen in der Oldtimerszene nicht alltäglichen Betrieb. 
Von Schöppenstedt aus fuhren wir dann südwärts in Richtung des Harzes. Beim Grenzdenkmal Mattierzoll
bei Hessen wechselten wir vom Bundesland Niedersachsen kurzzeitig nach Sachsen-Anhalt und fuhren über Vielen von uns bislang unbekannten Straßen am Harzrand wieder Richtung Westen. Nachdem wir Hornburg
kurz gestreift und mitten durch Vienenburg
gefahren waren, erreichten wir Goslar
, um dort im Stadtteil Steinberg auf einer kleinen Straße durch den Wald hinauf zum Parkplatz zu gelangen. Von dort aus gelangten wir nach einem zirka 500 Meter langen und leicht den Hügel ansteigenden Spaziergang unser zweites Etappenziel: „Steinbergalm zum Rösner«
.
Das Lokal »Steinbergalm zum Rösner« liegt sehr idyllisch auf einer Anhöhe und zwischen verschiedenen Hügeln mit einem schönen Blick auf das weite Tal zur Stadt Goslar gelegen. Aufgrund des gesamten umgebenden Ambientes und der herrlichen Natur fühlt man sich gleich wirklich wie an den Almrand beispielsweise wie in das Allgäu versetzt. Die schöne, außen wie auch innen, in rustikaler Bauweise errichtete und möblierte große Berghütte, unterstützt von zurückhaltend tönender Blasinstrumente-Unterhaltungsmusik, verströmt sofort Frohsinn und Gemütlichkeit. Eigentlich war für unsere große Gruppe der Dachboden als Sitzplatz vorgemerkt worden, aber zum Ankunftszeitpunkt fanden wir noch im großen Gastraum ausreichend Platz vor. Sehr schnell wurden uns vom sehr netten und aufmerksamen Personal die bereits im Vorlauf zu dieser Fahrt bestellten und sehr schmackhaften größeren oder kleineren Tellergerichte serviert.
Nach zwei Stunden Mittagspause begaben wir uns wieder almabwärts zu unseren Fahrzeugen und machten uns Richtung Norden zu unserem letzten Etappenziel auf den Weg. Über Goslar, Liebenburg
und Groß Mahner
erreichten wir nach einer 60-minütigen Fahrzeit gegen 16 Uhr den Endpunkt dieser Oldtimerausfahrt. »Hillers Auto-/Oldtimerscheune« im kleinen Dorf Achim
bei Börßum
.
Hier erwartete uns in der außerordentlich liebevoll dekorierten großen Scheune, in der Claudia, Klaus und dessen Bruder Peter sonst ihre Oldtimerfahrerzeuge unterstellen, „Kaffee und Kuchen satt!". Mit fleissiger Unterstützung von Helga Ahrens
, Claudia Hiller-Holinka, Mandy Hoff und Marianne Jacquemar waren mehrere Bleche Pflaumen- und Streuselkuchen sowie mehrere Käsekuchentorten gebacken worden. Ganz herzlichen Dank für diese großartige Leistung – die Kuchen haben einfach nur köstlich geschmeckt! An den schön geschmückten Tischen entspannen sich gerne dazu gute und gesellige Gespräche. Mit einem Glas Prosecco stießen dann noch Alle auf eine sehr erfolgreiche Oldtimersaison an. Mit insgesamt sechs Ausfahrten
zählt diese Oldtimersaison zu den erfolgreichsten und umfangreichsten in der langjährigen Geschichte unserer Oldtimer-Interessengemeinschaft.
Ach ja – natürlich wurde bereits nach der Ankunft bei der Oldtimerscheune das obligatorische Gruppenfoto gemacht. Selbst der sonst auf den anderen Bildern meist nicht dargestellte Fotograf
konnte sich dank eines Zweitfotos und dank einer Bildbearbeitungs-Software mal mit auf dem Bild verewigen :-) .
Ade – bis zur kommenden Oldtimersaison 2027! Auf dass wir Alle gesund und weiterhin unternehmenslustig bleiben. Bald können nun unsere Oldtimerfahrzeuge in den Winterschlaf geschickt werden.
Fazit: Für eine erfolgreiche Oldtimerausfahrt bedarf es nicht immer großartige Ziele oder besondere Programmorte. Auch eine mehr einfach gehaltene Ausfahrt kann sehr viel Freude miteinander machen. Bei dieser Fahrt konnte man die liebevolle Vorbereitung und Durchführung besonders spüren und erleben. Den daran beteiligten helfenden Oldtimerfreundinnen und -freunden sei an dieser Stelle nochmals sehr herzlich gedankt!
+++ 26. Oktober 2026 +++ Wolfgang Hesse +++
Fotos © Wolfgang Hesse (40), Claudia Hiller-Holinka (2)
Download Roadbook Fahrtanweisungen © Claudia Hiller-Holinka und Klaus Hiller; Design, Satz und Layout © Wolfgang Hesse
Legende:
… öffnet im separaten Menüfenster weiterführende Informationen,
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Mit dem Label »Must have seen« war die Ankündigung zu der vierten Oldtimerausfahrt des Jahres 2026 zur Volkswagen Sammlung Grundmann in Hessisch Oldendorf versehen worden.
Nach einem etwas langsamen Anmeldungsverlauf waren es überraschenderweise doch noch 15 Fahrzeugteams mit insgesamt 26 Teilnehmenden, die an unserer Oldtimerausfahrt am 2. August 2026 nach Stendal teilnehmen wollten.
Inspiriert von der sechsteiligen ARD-Fernsehserie »Schwarzes Gold«,
Tagelang nur herrliches Sonnen-Wetter und dann am Morgen des 21. Juni 2026:
