Nach einem etwas langsamen Anmeldungsverlauf waren es überraschenderweise doch noch 15 Fahrzeugteams mit insgesamt 26 Teilnehmenden, die an unserer Oldtimerausfahrt am 2. August 2026 nach Stendal teilnehmen wollten.
So freuten sich morgens auf dem Parkplatz des Supermarktes REWE in Braunschweig-Gliesmaraode bei sommerlich schönem Wetter bereits Viele auf die Verteilung der Roadbooks.
Die für den Tag und für die Organisation dieser Fahrt zuständigen Tourleiter Claudia Hiller-Holinka
und Klaus Hiller
erläuterten noch schnell die Besonderheiten der von Claudia geschaffenen und gestalteten Fahranweisungen, die sich diesmal an typisch rallyeähnlichen Formaten hielten und durch die Verwendung von Fahrtrichtungsanzeigen (im Umgangssprachjargon auch oft als „Chinesen-Zeichen"
bekannt) sehr ausführlich und illustrativ gestaltet waren.
Nachdem wir über wenige Vororte den Bezirk Braunschweig verliessen, rauschte der mit unterschiedlichen Fahrzeugen sich abwechslungsreich präsentiertende Oldtimerverband mit flottem Tempo durch die schönen Landschaften rund um den Drömling
herum.
Nach ca. 90 Minuten Fahrzeit erreichten wir dann die architektonisch teils wirklich sehenswerte Innenstadt von Stendal
. Hier durften wir mit vorher bei der Stadtverwaltung eingeholter Sondergenehmigung auf dem zentral gelegenen Marktplatz unsere Fahrzeuge in einer Linie vor der schönen Kulisse der einzelnen Häuser des Rathaus-Ensembles abstellen.
Die von der Touristik-Information entsandte Stadtführerin erwartete uns bereits im schatten der Gebäude. Auf gekonnte Art und Weise erzählte sie uns in einem fast einstündigen Vortrag und auf wechselnden Positionen vor dem Rathaus oder dem Roland-Standdenkmal
sehr viel Wissenswertes über die Entstehung und die bewegte Vergangenheit von Stendal während der Hansezeit und den bedeutsamen Ereignissen der nachfolgenden Jahrzehnte und erläuterte uns an historisch überlieferten Beispielen zu wichtigen Stadtpersönlichkeiten sehr bildhaft, wie sich im Mittelalter das allgemeine Recht und das soziale Zusammenleben positiv entwickeln konnte.
Nach der Umrundung und Außenbesichtigung der St.-Marien-Kirche
gingen wir noch zum Winckelmannplatz, um am Denkmal zu Ehren des für Stendal bedeutsamen Mitbürgers Winckelmann dessen Wirken und Schaffen erfahren zu können. Johann Joachim Winckelmann
(1717–1768) wurde in Stendal geboren und gilt als der Begründer der Klassischen Archäologie und der modernen Kunstwissenschaft. Er prägte den Begriff des Klassizismus und begründete die wissenschaftliche Betrachtung von antiker Kunst.
Nach kurzer Fahrt durch die Stadt errichten wir das griechische Restaurant Athos
. „Ah – angenehme Raumtemperaturen dank fein dosierter Klimaanlage!". Recht zügig wurden uns die bereits mit der Anmeldung zur Fahrt ausgewählten und sehr schmackhaften und üppig portionierten Mittagsgerichte serviert.
Nach diesem vorzüglichen Mittagessen hatten wir Gelegenheit, ein weiteres Musterbeispiel der altmärkischen Backsteingotik beim Firmengelände der Lokomotivenfabrik Stendal
zu sehen.
Das heute noch gut erhaltene und mit roten Backsteinen gemauerte und mit großen Bögen und Fenstern versehene Giebelportal der größten Werkhalle dieses für die Stadt Stendal lange Zeit bedeutenden Industriestandorts war in der Anfangszeit der Eisenbahn bereits ein eindrucksvolles Monument des zeitgenössischen Architekturstils, das dem damaligen Empfangsgebäude des ehemaligen Stendaler Bahnhofs im Ostbereich der Stadt eine imposante Wirkung verlieh.
Von dort aus erreichten wir nach kurzer Fahrzeit eine Tankstelle im Osten von Stendal, die die Organisatoren als Sammel- und Ausgangspunkt für unsere Rückfahrt auserkoren hatten.
Flugs rauschten wir entlang schöner Landschaften an Tangerhütte
, Colbitz
und Haldensleben
vorbei wieder südwärts Richtung Magdeburg, später dann bei Eilsleben
mehr west-südwärts Richtung des Höhenzugs Elm. Nach Schöningen
erreichten wir dann an einer Landstraße den ehemaligen dort befindlichen großen Braunkohletagebau
und parkten kurz unsere Fahrzeuge auf dem öffentlich zugänglichen Gelände beim Informations- und Aussichtspunkt
. Kurze konnten wir uns dort die ehemaligen Elektrolokomotiven für den Kohleabtransport sowie einen Schaufelradbagger anschauen.
Obwohl die Organisatoren bereits lange Zeit vor der Oldtimerausfahrt den Besuch des Cafés des Paläons
dort aus erwartetem Zeitmangel abgesagt hatten, meldete sich dessen Personal telefonisch bei ihnen, um nach unserem Verbleib zu fragen. Wegen dieser netten Frage entschloss sich dann noch ein Teil der Teilnehmenden, den kurzen Fahrweg dorthin zu machen, um noch einen Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk zu sich zu nehmen.
Das Paläon mit der nahezu vollständig mit Spiegelelementen versehenen Hausfassade ist für sich gesehen auch aufgrund der ungewöhnlichen Form ein architektonischer Hingucker. Wir konnten aber beim Zugang dort auch feststellen, dass durch die Spiegelelemente die doch den ganzen Tag schon sehr starke Sonnenstrahlung nochmals wie ein Brennglas auf der Haut stark gebündelt wurde. Im Café war es aber durch die Klimaanlage sehr angenehm gekühlt. Gegen 18 Uhr hieß es dann »Adé-Sagen« und wir machten uns in kleinen Gruppen dann auf unseren individuellen Heimweg.
Fazit: Alles in allem war diese Oldtimerausfahrt eine rundum gelungene Veranstaltung. Unser Dank geht an Claudia und Klaus für ein präzises Roadbook, ein stimmiges Timing der Fahrt und eine gute Organisation der Programmpunkte sowie geschickte Auswahl einer guten Gastronomie. Mehr davon …!
+++ 13. August 2026 +++ Wolfgang Hesse +++
Fotos © Wolfgang Hesse (23), Claudia Hiller-Holinka (2), Karin Fritz (Gruppenfoto)
Download Roadbook Fahrtanweisungen © Claudia Hiller-Holinka; Design, Satz und Layout © Wolfgang Hesse
Legende:
… öffnet im separaten Menüfenster weiterführende Informationen,
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Tagelang nur herrliches Sonnen-Wetter und dann am Morgen des 21. Juni 2026:

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