Inspiriert von der sechsteiligen ARD-Fernsehserie »Schwarzes Gold«,
die den Ölboom um 1900 in der Lüneburger Heide in Form eines Dramas thematisierte, evaluierte unser Oldtimerausfahrten-Planungsteam O R A (Oldtimer Reise Agentur) zum Jahreswechsel 2025/2026 als eine Veranstaltung des Jahres 2026 eine Oldtimerausfahrt zum Deutschen Erdölmuseum in Wietze. Helga Ahrens
schlug aufgrund ihrer örtlichen guten Kenntnis ergänzend dazu vor, sich einmal mit dem Leben und Wirken des Malers Hans Nowak zu beschäftigen, der im Landkreis Peine deutliche Spuren seines künstlerischen Schaffens hinterlassen hat.
„Wenig bekannte Persönlichkeiten und Orte“ war somit folgerichtig als Untertitel für die Fahrt im Rahmen unserer Entdeckertouren-Serie ausgewählt worden.
27 Teilnehmende mit 15 Fahrzeugen hatten morgens den Weg zu unserem beliebten Treff- und Startpunkt beim Sportheim des TSV Meine 09 e.V.
gefunden. Hier ist immer ein freier großflächiger Parkplatz vorhanden. Dank der Mitwirkung und Fürsprache von Reinhard Voß
zur Einholung der Nutzungserlaubnis beim Vereinsvorstand können wir vor der Abfahrt die Toiletten nutzen und sollte es mal regnen, können wir uns gut unter das große Vordach des Vereinsheimes stellen, um die Roadbooks auszuteilen, die Teilnehmenden zu begrüßen und über den Tagesablauf zu instruieren. Auch ist die Abfahrt in westlicher, nördlicher oder nordöstlicher Richtung und die Einfädelung an der Kreuzung zur Bundesstraße 4 immer gut möglich und alle teilnehmenden Fahrzeuge haben auf der Verbindungsstraße vom Parkplatz zur B4-Kreuzung bislang immer gut ihren Platz in der Kolonne einnehmen können.

So auch am Sonntag, den 12. Juli 2026. Nach Ausgabe des Roadbooks (Bordbuchs) sowie kurzer Instruktion zum Strecken- und Programmablauf durch die Fahrtleitung und Organisatoren Helga Ahrens
und Eberhard Kunze
machten wir uns bei bestem Sommerwetter auf den nicht allzu weiten Weg in die Lüneburger Heide.

Schnell waren über kleine Landstraßen die ersten Ortschaften passiert und nach einer Stunde entspannter Fahrtzeit befanden wir uns bei Uetze
bereits am östlichen Rand des Großraumes der Region Hannover und fuhren dort mit nördlicher Ausrichtung der Kompassnadel westlich von Celle gegen 10:45 Uhr in die beschauliche Ortschaft Wietze
ein. Dort konnten wir unsere Fahrzeuge teils unter schattenspendenden Bäumen direkt auf dem Gelände des Deutschen Erdölmuseums
abstellen.

Um 11 Uhr erwartete uns bereits eine Führung durch die umfangreiche und gut kuratierte Präsentation im Ausstellungsgebäudes des Museums. Anhand von vielen Schaubildern, Ausstellungsstücken und alten Fotos führte uns der bestens unterrichtete Führer (ein ehemaliger Mitarbeiter eines bekannten und dort auch früher tätigen Mineralölunternehmens) sehr tiefgründig in die Geschichte des Erdöls, seine lange und unterschiedliche Entstehung und erste historische Förderversuche bis hin zur weltweiten kommerziellen Vermarktung ein.

Wäre nicht die Hitze und die teils abgestandene Luft in dem Ausstellungsgebäude für einige Teilnehmende ein wenig hinderlich für eine umfassende Wissensaufnahme gewesen, wäre dieser mehr als einstündige Vortrag (und später noch 30 Minuten an originalen und teilweise in Funktion gesetzten Exponaten im Freigelände) eine perfekte Lehrstunde in Sachen Erdölkunde und wirtschaftliche sowie soziale Bedeutung für die Region und für die Lüneburger Heide gewesen.

Schnell noch für unser übliches Gruppenbild aufgestellt, dann ging es weiter.
Mittlerweile hatte das Thermometer auch die Skala von 30 °C erreicht und die Sonne strahlte bei wolkenlosem blauem Himmel. Viele waren sicherlich nun ganz froh schattige und teils ganz angenehm temperierte Räume im Restaurant »Heidjerstube«
in Wietze aufsuchen zu können.

Hier verbrachten wir bei recht gutem Mittagessen schöne 90 Minuten, ehe es wieder gegen 14:30 Uhr zur Weiterfahrt ging.
Südlich an Celle vorbei und über Lachendorf
sowie durch Dedenhausen
hindurch erreichten wir auf sehr gut fahrbaren Straßen entlang einer schönen Landschaft in Voigtholz-Ahlemissen gegen 16 Uhr den Malerhof
von Hans Nowak
, wo uns dessen Stieftochter Annette Upmann begrüßte.

Sie lud uns sogleich in die dem Atelier des Malers baulich angeschlossene Lukas Kapelle
ein.

Mit einem rethorisch äußerst gelungenen Vortrag veranschaulichte sie uns sehr bildhaft und mit Anekdoten garniert den vielseitigen Lebens- und künstlerischen Schaffensweg des später zu internationaler Reputation gelangten Künstlers.

In dem architektonisch schlicht gehaltenen und vom Maler erschaffenen Gebäude, eine quadratische Kirche mit pyramidenförmiger Glaskuppel und der Altarraum in Atriumform, mittig quadratisch und mit Grünpflanzen sowie einem Naturstein-Wasserspiel-Ensemble ausgeschmückt, konnten wir zudem einige der großformatigen Bilder des Malers bewundern, von denen das eine ganze Seitenwand bedeckende Monumentalgemälde »Das Abendmahl«
, das Hans Nowak nach dem bekannten Gemälde von Vincent van Gogh
nachempfunden hatte, uns besonders beeindrucken konnte.
Zudem hatten wir die Gelegenheit durch die Atelier- und Galerieräume des Malers zu wandeln, um uns noch die vielen anderen Gemälde aus verschiedenen Zeit- und Schaffensepochen anzuschauen.

Unser Tipp: da die Türen zu der Kirche immer rund um die Uhr für Besucher geöffnet sind, ist dieses Gotteshaus aufgrund seiner besonderen sensitiven Atmosphäre zu jeder Jahreszeit einen (weiteren) Besuch wert. Zumal man ein solches bemerkenswertes Kleinod in diesem kleinem Ort nicht unbedingt vermuten wird. Anhand der uns von Frau Upmann geschilderten permanent guten Nutzerzahlen ist es mehr als erstaunlich, dass diese vollständig im Privatbesitz befindliche und betriebene religiöse Einrichtung im regionalen Kirchenbereich bereits seit Jahren einen hohen Zuspruch findet und sogar viele ausländische Besucher und Gäste anzieht. Hier konnten auch wir einen wirklich feinen regionalen Schatz entdecken.
Diese bestens von den Organisatoren konzipierte und realisierte Oldtimerausfahrt hat mal wieder gut aufgezeigt, dass es in unserer nahen Umgebung immer noch viele interessante Orte gibt, die einen Besuch wert sind und die es zu entdecken gilt. Bravo!
+++ 14. Juli 2026 +++ Wolfgang Hesse +++
Fotos © Wolfgang Hesse (42), Mitarbeiter des Erdölmuseums (Gruppenfoto)
Download Roadbook © Wolfgang Hesse
Legende:
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Tagelang nur herrliches Sonnen-Wetter und dann am Morgen des 21. Juni 2026:

Im Februar 2026 wird diese Webseite 20 Jahre alt.
Eine von der Menge der Ausfahrten her äußerst erfolgreiche Saison fand mit der 6. Jubiläumsfahrt ihren gelungenen Abschluss.